Hamburg 2013 – das Hoch im Norden – Arbeiten

Es herrscht nahezu Vollbeschäftigung und alle arbeitswilligen Menschen haben bezahlte Arbeitsmöglichkeiten. Die Erwerbsquoten bei Männern und Frauen sind überdurchschnittlich und gleich hoch. Die Integration von Arbeitsimmigranten und Zuwanderern ist unproblematisch. Es gibt prinzipiell keine geschlechtsspezifischen Berufe oder Tätigkeiten.

Besonders arbeits(platz)intensive Wirtschaftsbereiche sind neben den pflegenden, beratenden, animierenden und betreuenden Dienstleistungsbranchen die des Umweltschutzes und der ökologischen bzw. industriellen Altlastensanierung. In der Branche der Freizeitgestaltung und Unterhaltung sind vor allem jüngere Menschen beschäftigt.

Die Arbeitszeit kann individuell geregelt werden. Jeder hat die Möglichkeit, nach seinem persönlichen Bedarf zwischen 20 und 60 Stunden pro Woche zu arbeiten oder eine Gesamt-Jahreszeit zu vereinbaren. Es gibt jedoch eine indirekte Grenze, denn Mehrarbeit bietet keinen Anreiz, da sie steuerlich extrem sanktioniert wird. Die Flexibilität der Arbeitszeit und auch der Arbeitsinhalt ist durch unterschiedliche Formen möglich wie z. B. Job Sharing, Job Rotation, Teilzeitarbeit usw.. Im allgemeinen bestehen bei Männern und Frauen annähernd gleiche Bedürfnisse nach Teilzeitbeschäftigung.

Die qualifikatorischen Anforderungen sind insgesamt gestiegen, wenngleich es eine große Differenzierung zwischen einfachen und anspruchsvollen Tätigkeiten gibt. Der überwiegende Teil der Beschäftigten versteht Arbeit als Leistungserbringung, die auch zur persönlichen Selbstverwirklichung beiträgt.

So wie die beruflichen Anforderungen sich unterscheiden, graduieren sich Arbeitsorganisation und
-strukturen. So gilt das Arbeiten bzw. die Leistungserstellung im Team als generelles Gestaltungsprinzip. Die Teams bearbeiten eigenständig „ganzheitliche Projekte“. Der Einzelne oder die Gruppe haben dabei entsprechende Entscheidungskompetenzen. Insgesamt zeichnet sich die Arbeitswelt durch eine geringe Hierarchie aus.

Der Einsatz elektronischer Kommunikations- und Informationstechniken bietet zwar enorme Vorteile bezüglich Produktivität, Transparenz der Tätigkeit, weltweite Kommunikation, fundierte Entscheidungsfindung durch Darstellung von Alternativen usw. Darüber hinaus erlaubt er vom unmittelbaren Arbeitsort unabhängiger zu sein, denn viel haben mobile Geräte. Es bestehen aber auch Risiken, z. B. in Form der Kontrolle und Überwachung von Tätigkeiten durch unbefugte Dritte, einer Entpersönlichung als auch Dequalifizierung aufgrund sog. technischer Intelligenz.

Die technische Ausgestaltung der Arbeitsplätze entspricht dem aktuellen Stand der Ergonomie. Die Arbeitsorganisation berücksichtigt auch Aspekte der Psychologie und orientiert sich vielfach an unternehmensethischen Vorstellungen.

Angesichts des hohen Preisniveaus ist auch das nominelle Einkommen der meisten der Beschäftigten entsprechend hoch. Es werden – sowohl individuell als auch kollektiv geregelt – Arbeitsentgelte gezahlt, die sich nach Arbeitsergebnis bzw. Leistungsergebnis und Zeit bemessen. Allerdings hat sich der Schwerpunkt mehr auf die Qualität des Outputs (Leistung) verlagert, die Zeitdauer spielt eine geringere Rolle. Neben diesen materiellen Aspekten stehen den Beschäftigten Indikatoren zur Beurteilung der Qualität der betrieblichen Verhältnisse zur Verfügung. So z. B. über Weiterbildungsmöglichkeiten, Arbeits- bzw. Teamorganisation, Teamgröße, Flexibilität der Arbeitsorte, Entscheidungsstrukturen usw. Diese immateriellen Maßstäbe sind tariflich geregelt.
Es gibt aber auch andere Formen des leistungsbezogenen Einkommens. Hier erfreuen sich vor allem die monetären Beteiligungsmodelle einer großen Akzeptanz. Die Formen reichen dabei von Belegschaftsaktien bis Rentenanteilen.




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